Mehr als 2.500 Zuschauer erlebten am 8. Februar in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle ein hochklassiges neuntes Sparkassen Indoor Meeting. Ein U23-Europarekord, zahlreiche persönliche Bestleistungen und gleich mehrere neue Meetingbestmarken sorgten bei dem erneut zur World Athletics Indoor Tour mit Bronze-Status gehörenden Meeting für sportliche Höhepunkte. Fünf bestehende Meetingrekorde wurden verbessert, im erstmals ausgetragenen Weitsprung der Männer eine erste Bestmarke gesetzt und über 60 Meter Hürden der bisherige Rekord eingestellt.
Für die herausragende Leistung des Tages sorgte der erst 19-jährige Norweger Håkon Moe Berg. Der zweifache U20-Europameister dominierte die 1500 Meter und setzte sich frühzeitig von der Konkurrenz ab. In 3:34,02 Minuten unterbot er den bisherigen Meetingrekord von Isaac Nader aus Portugal um mehr als zweieinhalb Sekunden. Zugleich verbesserte Moe Berg seinen erst wenige Wochen zuvor aufgestellten U23-Europarekord in der Halle um drei Zehntelsekunden. Mit etwas Abstand folgten Marius Probst (TV Wattenscheid 01; 3:38,42 Min.) und der Belgier Elliot Vermeulen, der in persönlicher Bestzeit von 3:39,48 Minuten Dritter wurde.
Ähnlich hochklassig präsentierten sich die 800-Meter-Läufer. Der Pole Maciej Wyderka stürmte in 1:45,81 Minuten zum Sieg und verbesserte den zwei Jahre alten Meetingrekord von Robert Farken um mehr als eine Sekunde. Nur 14 Hundertstelsekunden dahinter folgte Malik Skupin-Alfa (LG Offenburg), der seine persönliche Bestzeit auf starke 1:45,95 Minuten steigerte. Louis Buschbeck (Königsteiner LV) komplettierte in 1:48,53 Minuten das Podium.
Auch über 400 Meter fiel die bisherige Bestmarke deutlich. Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg) gewann in 46,00 Sekunden und löschte damit die 46,55 Sekunden des Briten Ben Higgins aus dem Jahr 2023 aus. Jonathan Sacoor aus Belgien blieb als Zweiter in 46,48 Sekunden ebenfalls unter dem bisherigen Meetingrekord. Für eine weitere Rekordleistung sorgte der erst 19-jährige Portugiese Pedro Afonso: Seine 46,69 Sekunden bedeuteten sowohl portugiesischen U20- als auch U23-Rekord.
Einen weiteren Meetingrekord gab es über 60 Meter der Männer. Oliwer Wdowik setzte sich in einem hochklassigen Finale in 6,55 Sekunden durch und war damit eine Hundertstelsekunde schneller als Joshua Hartmann bei seinem Vorjahressieg in Dortmund. Dominik Illovszky aus Ungarn steigerte seine persönliche Bestzeit als Zweiter auf 6,56 Sekunden, der Pole Dominik Kopeć folgte in 6,57 Sekunden auf Rang drei.
Seinen eigenen Anteil an der Rekordflut hatte auch Damian Czykier. Der Pole gewann die 60 Meter Hürden in 7,58 Sekunden und stellte damit die zwei Jahre zuvor von Yaqoub Al-Yoha aus Kuwait aufgestellte Meetingbestmarke ein. Elmo Lakka aus Finnland wurde in 7,65 Sekunden Zweiter vor dem Franzosen Ronan Greff, der mit persönlicher Bestzeit von 7,67 Sekunden das Ziel erreichte.
Eine gelungene Premiere feierte der Weitsprung der Männer im Meetingprogramm. Gerson Baldé aus Portugal übersprang gleich dreimal die Acht-Meter-Marke und setzte mit 8,06 Metern die erste Meetingbestmarke in dieser Disziplin. Simon Batz (MTG Mannheim) belegte mit 7,89 Metern Rang zwei, Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr) wurde mit Saisonbestleistung von 7,71 Metern Dritter.
Im Stabhochsprung setzte sich Matteo Oliveri aus Italien in einem engen Wettbewerb durch. Der 23-Jährige überquerte 5,65 Meter und gewann aufgrund der geringeren Zahl an Fehlversuchen vor dem höhengleichen Robert Kompus. Für den Esten waren die 5,65 Meter nicht nur persönliche Bestleistung, sondern zugleich ein neuer nationaler U23-Rekord. Filip Bartoněk aus Tschechien wurde mit 5,50 Metern Dritter.
Auch bei den Frauen bot das Sparkassen Indoor Meeting zahlreiche internationale Top-Leistungen. Über 60 Meter wurde die Polin Ewa Swoboda ihrer Favoritenrolle gerecht. Die Hallen-WM-Zweite von 2024 setzte sich in 7,24 Sekunden knapp vor der erst 19-jährigen Britin Mabel Akande durch, die nach 7,30 Sekunden im Vorlauf im Finale auf 7,25 Sekunden zulegen konnte. Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) und die Finnin Lotta Kemppinen teilten sich zeitgleich in 7,27 Sekunden Rang drei.
Nur denkbar knapp verfehlte Kenondra Davis den Meetingrekord über 200 Meter. Die US-Amerikanerin verbesserte ihre persönliche Bestleistung auf 23,06 Sekunden und blieb damit lediglich vier Hundertstelsekunden über der im Vorjahr von Jessica-Bianca Wessolly aufgestellten Bestmarke. Olivia Fotopoulou aus Zypern folgte in 23,38 Sekunden vor der Polin Magdalena Niemczyk (23,68 Sek.).
Über 800 Meter setzte sich Lena Kandissounon aus Frankreich in 2:02,34 Minuten durch. Tanja Spill (TSV Bayer Dormagen) lief in Saisonbestzeit von 2:03,34 Minuten auf Rang zwei, gefolgt von der Polin Aleksandra Formella in 2:04,18 Minuten. Einen starken Auftritt vor heimischem Publikum zeigte Karolina Mia Haas von der LG Olympia Dortmund. Die 21-Jährige steigerte ihre persönliche Bestzeit auf 2:05,85 Minuten und belegte im international besetzten A-Finale Rang fünf.
Für einen weiteren Meetingrekord sorgte Jacqueline Otchere im Stabhochsprung. Die Mannheimerin meisterte 4,60 Meter und steigerte die seit 2019 von der Schweizerin Angelica Moser gehaltene Dortmunder Bestmarke um fünf Zentimeter. Tamineh Steinmeyer (LAZ Zweibrücken) wurde mit persönlicher Bestleistung von 4,21 Metern Zweite. Der dritte Platz ging mit neuer persönlicher Bestleistung von 4,11 Meter an Zoe Jakob von der LG Olympia Dortmund.
Eines der sportlich wertvollsten Ergebnisse des Tages gelang Davisleidis Velazco im Dreisprung. Die Kubanerin setzte sich mit neuer persönlicher Bestleistung von 14,60 Metern souverän durch und blieb damit lediglich fünf Zentimeter unter der Weltjahresbestleistung. Kira Wittmann (Hannover 96) belegte mit 13,70 Metern Rang zwei vor der Slowenin Neja Filipič (13,63 m).
Auch die Athletinnen und Athleten der veranstaltenden LG Olympia Dortmund nutzten die große Bühne zu starken Leistungen. Im B-Lauf über 800 Meter verbesserten Jakob Stade und Paul Gröver ihre persönlichen Bestzeiten auf 1:51,20 beziehungsweise 1:52,16 Minuten. Im Stabhochsprung stellte Hendrik Hohmann mit 5,20 Metern seine Bestleistung ein und belegte Rang sechs. Neben Zoe Jakob überzeugten bei den Frauen auch Regine Bakenecker mit einer Saisonbestleistung von 4,01 Metern sowie die jungen Mittelstrecklerinnen Nortje Dickebohm und Mara Peltzer, die über 800 Meter in 2:14,79 beziehungsweise 2:15,33 Minuten neue persönliche Bestzeiten erzielten.
Bereits vor dem internationalen Hauptprogramm erhielten zahlreiche Nachwuchstalente aus Dortmund die Gelegenheit, sich vor großer Kulisse zu präsentieren. Leon Böddicker entschied die 60 Meter der männlichen Jugend U20 in 7,14 Sekunden für sich, bei der weiblichen Jugend U20 war Mia Grobbel in 7,86 Sekunden erfolgreich. Das regionale 1500-Meter-Rennen gewann Lenny Riebe in 3:58,88 Minuten. Auch in den weiteren Nachwuchswettbewerben sorgten die jungen Athletinnen und Athleten für zahlreiche persönliche Bestleistungen und rundeten damit einen hochklassigen Leichtathletiknachmittag in der Helmut-Körnig-Halle ab.
U23-Europarekord und Rekordflut beim Sparkassen Indoor Meeting Dortmund


